Ort: Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin, Schumannstr. 8
Der männliche Körper ist ein Politikum. Der Körper ist Objekt vergeschlechtlichter und vergeschlechtlichender Körperpolitik und Körperpraxis. Wie sehr das Körperliche von Geschlechterpolitik berührt ist, verdeutlicht der feministische Kampf für die Abschaffung des Straftatbestandes beim Schwangerschaftsabbruch. Ein Kampf, der in Deutschland so lange geführt wird, wie es Deutschland gibt, seit 1871. Der Zusammenhang von Körper und Geschlecht ist bereits eingehend diskutiert worden, allerdings vorrangig mit Blick auf den Frauenkörper. Mit unserer Tagung stellen wir den Männerkörper in den Fokus.
Auch für den männlichen Körper gilt: Er ist neben seiner Materialität aus von Haut umschlossenen Muskeln, Knochen, Organen ein Gegenstand für soziokulturelle normative Einschreibungen. Er ist der subjektive Austragungsort für den Kampf, das richtige Geschlecht zu sein, zu haben, zu inszenieren oder zu repräsentieren: zum Beispiel durch Gestik, Mimik, Haltung, Ernährung, Training, Kleidung.
Die Tagung fragt nach den kollektiven Deutungen und Wertungen und andererseits nach den individuellen Interpretationen und Umsetzungen. Zudem werden die Freiheitsgrade der Selbstgestaltung und das Maß an essentieller Materialität abzuwägen sein: Wie viel autonom absichtsvoller Akt und wie viel unausweichliche, mithin erzwungene Praxis der Wiederholung und Zitation ist der Körper eines Mannes? (Vgl. dazu Judith Butler: Körper von Gewicht. Die diskursiven Grenzen des Geschlechts, FfM: Suhrkamp 1995)
Um Fragen wie diese zu klären, beleuchtet die Tagung von unterschiedlichen Punkten aus Institutionen, Akteure und Praktiken. Diesen ist gemein, dass sie als Schnittpunkte im Körperdiskurs begriffen werden können. Konkret geht es um Jungen und ihren Umgang mit dem eigenen Körper, besonders um riskante Praktiken. Thema wird die Beschneidungspraxis und ihr Männlichkeit konstituierender Sinngehalt zwischen Initiationsritus und Hygienemaßnahme sein. Männer können ihren Körper in einer meditativen Körperreise ‚erfahren‘. Auch wird die Frage nach dem Dualismus Gesundheit-Krankheit gestellt und nach dem damit verbundenen Blick auf den männlichen Körper als einen zu reparierenden Gegenstand oder als ein möglichst gesund zu erhaltendes System. Vertiefend soll es um den Blick auf den männlichen Körper der Naturwissenschaften und Medizin gehen, wobei auch der Frage nachgegangen wird, wie ein Männerkörper in Abgrenzung zum Frauenkörper definiert wird. Ein weiteres Feld ist der männliche Körper im Kontext von Militär. Dabei geht es um Verfügungsgewalt über Köper und um ihre ‚Zurichtung‘ vom zivilen zum soldatischen Körper.
Anmeldung:
Eine Anmeldung ist erforderlich.
Bitte meldet euch / melden Sie sich bis zum 22. Oktober 2011 durch Ausfüllen des elektronischen Anmeldeformulars.
Tagungsstruktur des Netzwerktreffen und der Fachtagung
am Tag vor der Tagung findet das Netzwerktreffen des Forum Männer statt.
Alle Mitlgieder aber auch andere Interessierte am Forum Männer sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.
Bitte meldet euch / melden Sie sich auch für das Netzwerktreffen über durch Ausfüllen des elektronischen Anmeldeformulars an.
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Zeit |
Inhalt |
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18.00
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Anreise, Imbiss
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18.30
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Netzwerktreffen des Forum Männer in Theorie und Praxis der Geschlechterverhältnisse, für Netzwerkmitglieder und Interessierte
- Programm siehe separate Einladung
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21.00
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Informeller Ausklang
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Samstag 5. November Fachtagung Männerleiber - Körperlichkeit zwischen Sein und Tun |
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9.15 |
Begrüßung Gunda Werner Institut / Forum Männer |
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Thematischer Einstieg: Warum diese Tagung, dieses Thema? Volker Handke (Forum Männer) |
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9.45 |
Einführungsvortrag: Körper und Geschlecht Prof. Dr. Anke Abraham, Philipps-Universität Marburg, Herausgeberin von „Körperhandeln und Körperleben“ |
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11.00 – 13.00 Uhr |
Parallele Workshops / Panel
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13.00 |
Mittagspause |
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14.00 |
Angebot Körperübung: Männer - Stimme – Körper mit N.N. Präsentation im Foyer: Bilder/Foto-Collage |
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14.30 |
Podiumsgespräch zum Thema Transsexualität / Transgender Mit Vertreter_innen des Transgender Netzwerks und Politiker_innen Mod. Christian Schenk (angfr.), |
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16.00 |
Ausblicke im Speakers Corner, Abschluß |
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17.00 |
Ende der Tagung |
Vorbereitungsgruppe:
Harry Friebel (Hamburg), Jens Gerdes (Berlin), Andreas Goosses (Berlin), Volker Handke (Berlin), Dag Schölper (Berlin), Peter Thiel (Berlin), Henning von Bargen (Berlin)
Veranstalter:
Forum Männer in Theorie und Praxis der Geschlechterverhältnisse, Berlin
in kooperation mit dem Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
Veranstaltungsort:
Heinrich-Böll-Stiftung, 10117 Berlin, Schumannstr. 8
Mit der S-Bahn oder mit der U-Bahn bis Bahnhof Friedrichstraße. Ausgang über die Spree, dann Albrechtstraße, Reinhardtstraße überqueren und nach links in die Schumannstraße.





